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NepomucenerInnen fragen den Bürgermeister |
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Text und Bild: Pawel Balster (SW-Kurs Nepomucenum) Junge Szene der AZ Coesfeld |
Dass die Aussage "Jugendliche interessieren sich nicht für Politik" nicht immer stimmen kann, haben die Schü- lerInnen des 13er-Zusatzkurses Sozial- wissenschaft bewiesen. Im Unterricht hatten sie sich gefragt, warum sich Jugendliche so wenig für Politik enga- gieren, und warum sie sich von Wahl- kampagnen und Parteiprogrammen so gar nicht angesprochen fühlen. Das Ergebnis formulierte der Kurs so: "Jugendliche fühlen sich nicht ernst genommen bei Veranstaltungen wie Politcafés." Hier entstehe schnell ein Nachgeschmack von "Schön, dass wir drüber gesprochen haben", ohne dass die Anregungen der Jugendlichen zu den entsprechenden Stellen gelangten. |
| Also: Was tun, wenn sich Jugendliche einen besseren Zugang zur Politik wünschen und auf kommunaler Ebene besser vertreten werden wollen? Der Kurs schlug ein Jugendparlament vor. Ein Gremium, das aus Jugendlichen besteht und über jugendrelevante Themen diskutiert und diese in Form von Anträgen in die entsprechenden Ausschüsse der Stadt einbringt. Wie es mit so einem Parlament in Coesfeld aussehen könnte, darüber diskutierte der Kurs mit Bürgermeister Heinz Öhmann. Zwar antwortete dieser gleich, dass er ein Jugendparlament nicht ohne Weiteres begrüße. Dennoch stellte er sich dem Gespräch und nannte Gründe für seine Haltung: Ein Jugendparlament könne nicht wirklich zielführend sein. Zudem habe er Probleme mit dem Gleichheitsprinzip: "Dann müsste man auch ein Parlament für andere Gruppen schaffen. Für Frauen, für Menschen mit Behinderungen, für SeniorInnen und so weiter", sagte Öhmann. Ein Argument, dass Lisa Hanhart nicht nachvollziehen kann: "Vergessen Sie dann nicht, dass sowohl Frauen als auch SeniorInnen bereits im Rat vertreten sind?" Öhmann erklärte, dass der Stadtrat die Bevölkerung bestmöglich widerspiegele. Außerdem sei es kein Problem für junge Erwachsene, bei Kommunalwahlen auf einen Listenplatz zu kommen und sich zur Wahl aufstellen zu lassen. "Alle größeren Parteien haben Jugendverbände, denen Jugendliche meist schon mit 14 Jahren beitreten können". Durchaus legitim sei es für Jugendliche, sich zunächst in unterschiedlichen Parteien umzuschauen, um sich zu orientieren. "Ich war früher bei den Jungen Sozialen, habe mich dort aber nicht recht einfinden können und dann gewechselt." Abschließend schlug Kurslehrer Lars Rinke vor, dass einmal im Jahr die Ausschüsse eine themenorientierte SchülerInnenversammlung machen sollten. Nach einigem Zögern erklärte Öhmann, dass es wichtig sei, auch hier faktenorientiert zu diskutieren, er an sich aber "kein Problem mit dieser Idee" habe. | |